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Hochwasser im Barockschloss Tabor-Měšice Neuer Eintrag
02.06.2013 13:54

 

 

Wir danken allen Spenderinnen und Spendern recht herzlich für die bisher erbrachten Zuwendungen. Wir sind sehr gerührt, wie viele Menschen am schicksalshaften Hochwasser im Barockschloss Tabor-Mesice Anteil genommen haben und die Rekonstruktion mit Spenden unterstützen. Das bedeutet uns wirklich sehr viel. Wir nutzen die bisher erhaltenden Spenden um mit der Behebung der Schäden zu beginnen. Über die Fortschritte informieren wir  Sie.
Es dankt Ihnen Famile Dr. Dr. Jan Berwid-Buquoy

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   Katastrophale Überschwemmungen können sogar weit ab von Flüssen, Bächen oder Fließen entstehen. Die Quellen von gefährlichen Überflutungen können ohne Zweifel auch Teiche, Seen bzw. sogar ganz einfache Brunnen sein. Der Mensch von Heute verliert langsam die Übersicht, wovon er sich eher fürchten soll. Die Wassermassen, die von Feldern, Wiesen und Teichen mit hohen Pegelständen (geplatzte Dämme) heranschwemmen, verursachen unter Umständen noch größere Schäden als die Wassermenge, die aus den Flussbetten fließt. Und eben dieser ungünstige Umstand traf das Barockschloss Tabor-Měšice (Südböhmen, Tschechien). Binnen weniger Minuten wurden die unteren Gemächer, die Schlosskirche, die Stallung und der Keller unaufhaltsam überflutet.

 

   Das Ganze geschah plötzlich und unerwartet. Am Sonntag den 02.06. 2013 morgens, weckte mich die Haushälterin mit lauten Stimme: „Wären Sie so freundlich aufzustehend, wir sind überflutet!“ Ich schaute aus dem Fenster des ersten Stocks des Barockschlosses. Auf dem Innenhof und im angrenzenden Schlosspark konnte man strömendes Wasser von etwa einen halben Meter Tiefe sehen. Die Wassermengen nahmen alles mit, was ihnen im Wege stand. Im tosenden Wasserstrudeln über den Abflusskanälen erschienen Möbelstücke aller Art, Kleider, Schuhe und Vogelnester mit ertrunkenen jungen Vögeln, die ohne ausgebildetes Gefieder keine Chance hatten wegzufliegen.   In der Mitte des überfluteten Innenhofes, neben einem schwimmenden Teppich, dominierte ein ertrunkener schwarzer Kater....

 

   Erschrocken durch diesen schrecklichen Anblick, rief ich sofort die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr an. Es wurde mir mitgeteilt, dass sämtliche Feuerwehrleute momentan in Tabor und näherer Umgebung im Einsatz seien, aber man komme zu uns so schnell wie möglich auch, wenn es ad hoc jetzt sofort nicht möglich sei. Mit rasender Geschwindigkeit erreichte uns die Feuerwehr dann um 8:35 Uhr. Vor mir standen total erschöpfte, müde Männer, die die ganze Nacht mit vollem Einsatz bei der Beseitigung der Wetterkatastrophe mitgeholfen hatten. Ratlos beobachteten sie die enormen Wassermengen im Innenhof des Schlosses. Ein Gemach nach dem anderen wurde überflutet.

 

   „Viel können wir leider nicht machen!“ teilte mir der Feuerwehr Einsatzleiter mit völlig übermüdeter Stimme mit. „Zunächst müssen Sie in den unteren überfluteten Gemächern sämtliche Türen öffnen, damit die Wassermassen wegfließen können. Sonst droht die Gefahr, dass der Wasserspiegel weiter steigt.“ Der völlig erschöpfte Einsatzleiter zuckte mit seinen Schultern: „Mit einer besseren Antwort kann ich Ihnen leider nicht dienen. Wollen wir nun hoffen, dass das Gebäude nicht wegschwimmt.“

 

   In einigen Teilen des Erdgeschosses war jedoch der Wasserdruck bereits so intensiv, dass die vorhandene Türen nicht auf normalen Wege geöffnet werden konnten. Die Feuermänner mussten daher die Türen mit grober Gewalt öffnen. Die Wassermenge, die gewaltsam in die unteren Gemächer des Barockschlosses eindrang, wurde durch die geöffneten Türen wieder herausgelassen. Das Wasser hatte sein normales Aussehen verloren und war nur noch eine trübe, schmutzige Masse voller Schlamm.

 

   Diese Brühe bildete sich aus der Wassermasse eines in der Nähe liegenden Teiches, dessen Damm durchbrach, wobei das sich anstauende Wasser (mit Schlamm) die umliegenden Felder überflutete und aus der Jauche der Kanalisation eines neben dem Barockschloss benachbarten Gutshofs. Was nicht niet und nagelfest war, wurde von den Wassermassen mitgenommen. Zusätzlich wurde das obere Stockwerk des Schlosses mit einem bestialischen Gestank erfüllt, der bis heute nicht entweichen konnte.

 

   Zusammen mit den anderen Bewohnern des Barockschlosses wateten wir durch die unteren Gemächer, um zu retten, was noch zu retten war. Jedoch war der Wasserstrom so stark, dass wir uns eher an den schwimmenden Teppichen festhielten als sie aus der Nässe herauszuholen. Man hatet keinen festen Halt unter den Füßen. Etwas so Schreckliches habe ich nie zuvor persönlich miterlebt und ich würde dies nicht einmal meinem schlimmsten Feind wünschen. Das eisig kalte Wasser, das einen vom Kopf bis Fuß durchnässt, obwohl man nicht ganz im Wasser ist. Die Beine und Arme fangen an zu versteifen und man hat Angst zu ertrinken Viele Menschen sind in den überfluteten Häusern ertrunken, denn entweder kannten sie die Gefahr der Unterkühlung nicht oder sie haben diese heimtückische Gefahr einfach unterschätzt.    

 

 Die Besichtigungen im Barockschloss Tabor-Měšice finden, bis zur Beseitigung der Mängel, nicht statt.

 

   Eine vorläufige Schätzung der verursachten Schäden bewegt sich um ca. 70. 000,- Euro. Weil es sich um eine Summe handelt, die wir aus eigenen finanziellen Mitteln nicht aufbringen können, bitten wir sie mit einer kleinen Spende um Ihre Hilfe:

 

 

Jan Berwid-Buquoy

 

Deutsche Bank Berlin

 

Konto-Nr.: 784 13 80 00

                        

Bankleitzahl: 100 700 24

 

 

Verwendungszweck: Überflutung des Barockschlosses Tabor-Mesice

 

Überweisungen aus Ausland

 

IBAN: DE 677100700240784138000      BIC (SWIFT): DEUTDEDBBER 

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